Manche Buchideen entstehen nicht starr am Schreibtisch, sondern aus kuriosen Figuren, Erinnerungen und Momenten, die rückblickend fast zu absurd wirken, um ungenutzt zu bleiben.

Von Luitpold zur Chaosvilla: Wie kam es zur Buchidee
Manche Geschichten beginnen mit einem perfekt ausgearbeiteten Konzept.
Diese gehört definitiv nicht dazu.
Bei „5 Männer. 1 Haus. Mein Problem.“ stand am Anfang keine sauber sortierte Plotstruktur. Es gab keinen Masterplan. Keine große literarische Erleuchtung. Der erste Funke war sehr viel eigenwilliger: ein barocker Herr namens Luitpold oder besser gesagt, ein Gedankenexperiment meinerseits. Ich stellte mir folgende Fragen: Was wenn Zeitreisen real wären? Was würde ein Mann des Barocks tun, wenn er in unsere Zeit fallen würde? Wie sehr wäre er überfordert vom modernen Alltag?
Und somit war Luitpold geboren.
Der erste Funke: Luitpold
Luitpold war noch nicht das fertige Projekt, aber er brachte bereits etwas mit, das später wichtig werden sollte: eine gewisse Überzeichnung, einen eigenwilligen Charakter und das Talent in absurden Situationen zu landen.
Was als kleines Gedankenexperiment startete, wurde zu einer Wiederentdeckung meines Faibles Figuren zu erschaffen und sie Situationen meistern zu lassen, die einen schmunzeln lassen.
Luitpold war der Grundstein. Andere Figuren folgten. Und bald hatte ich ein kleines Sammelsurium an interessanten Charakteren beisammen.

Wenn Erinnerungen plötzlich Stoff werden
Der zweite Baustein kam aus einer ganz anderen Richtung.
Manchmal schieben sich Erinnerungen ins Gedächtnis, die man am liebsten längst gelöscht hätte. In meinem Fall gehörte dazu eine ziemlich peinliche Begegnung mit meinem Ex auf einem Weihnachtsmarkt, während ich dort mit einem Date unterwegs war.
Eine Situation, bei der man am liebsten im Glühweinstand versinken würde, da sie so unangenehm war. Aber mit genügend Abstand, verändert sich der Blick und man kann darüber lachen.
Plötzlich ist es nicht mehr nur unangenehm.
Es ist absurd.
Es ist szenisch.
Es ist fast schon verdächtig brauchbar.
Das Leben schreibt nun mal die besten Geschichten.
Wie gut, dass diese Situation nur einige Minuten anhielt. Aber es stellte sich mir die Frage: Was wenn man in einer ähnlichen Situation steckt, aber nicht so einfach die Flucht ergreifen kann? Oder noch erzählerischer:
Was wäre, wenn man Menschen, mit denen noch nicht alles sauber abgeschlossen ist, nicht einfach ausweichen könnte?
Natürlich ist „5 Männer. 1 Haus. Mein Problem.“ keine direkte Nacherzählung einer realen Situation. Ganz im Gegenteil. Aber solche Begegnungen und die damit verbundenen Gefühle und Konstellationen geben Inspiration für den Schreibprozess.
Dann kam die Villa
Die Villa bei Padua hat dieser Idee schließlich den passenden Rahmen gegeben.
Ein Haus ist für so eine Geschichte ideal, weil es Nähe erzwingt. Man kann Türen schließen, aber man lebt trotzdem unter demselben Dach. Man kann Konflikten ausweichen, aber nicht unbegrenzt. Man kann so tun, als sei alles unter Kontrolle… bis beim Frühstück jemand auftaucht, der das Gegenteil beweist.
Mit der Villa wurde aus einzelnen Figuren und absurden Erinnerungsfunken ein richtiges Projekt: ein Ort, an dem verschiedene Persönlichkeiten, alte Verbindungen und neue Erwartungen aufeinanderprallen können.
Und weil Cara nicht einfach irgendwer ist, sondern eine Frau, die eigentlich endlich ankommen möchte, bekommt das Ganze noch eine zusätzliche Schieflage. Sie will Stabilität. Das Haus verspricht Stabilität und Möglichkeiten, ihrer Kreativität Raum zu geben. Nur leider verkehren die Bedingungen des Hauses, es ins genaue Gegenteil.

Vom Funken zur Geschichte
So ist „5 Männer. 1 Haus. Mein Problem.“ für mich entstanden: nicht aus einem einzigen großen Einfall, sondern aus mehreren kleinen Bausteinen, die sich nach und nach zusammen getan haben, wie ein Puzzle.
Ein barocker Luitpold.
Weitere Figuren.
Eine peinliche Erinnerung.
Eine Szene und Situation, die beides zementiert: Die Villa an der Bedingungen geknüpft sind.
Eine Frau, die endlich ankommen will. Und fünf Herren, die dieses Ankommen kompliziert machen.
Manchmal ist das Schreiben genau das: Ein Puzzle aus Ideen und Erinnerungen, dass sich nach und nach zusammensetzt.
Hinterlasse einen Kommentar